Häufig gestellte Fragen (FAQ)
F: Warum werden Autismus und ADHS bei Frauen so oft übersehen?
A: Frauen und Mädchen lernen oft von klein auf, ihre neurodivergenten Verhaltensweisen bewusst oder unbewusst zu verbergen – Fachleute nennen das Masking. Zudem basieren viele klassische Diagnosekriterien auf der Forschung an männlichen Probanden. Dadurch zeigen sich die Symptome bei Frauen anders (z. B. weniger hyperaktiv-aggressiv, dafür mehr mental erschöpft), weshalb sie oft erst spät oder fehldiagnostiziert werden.
F: Wie kann ich bei der Fotokampagne mitmachen?
A: Das hängt davon ab, ob Sie eine Diagnose haben oder nicht:
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Mit Diagnose: Senden Sie uns ein Foto Ihrer freien Augenpartie.
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Ohne (oder noch ohne) Diagnose: Senden Sie ein Foto Ihrer bedeckten Augenpartie.
Über den Menüpunkt „Einreichung“ auf unserer Website können Sie Ihr Bild ganz einfach hochladen und Teil der Sichtbarkeits-Bewegung werden!
F: Warum liegt der Fokus der Kampagne auf den Augen?
A: Die Augen gelten als das „Fenster zur Seele“ und spiegeln oft den Blick auf die Welt wider. Gleichzeitig stehen sie symbolisch für das „Gesehen-Werden“ oder eben das „Übersehen-Werden“ in unserem Gesundheitssystem. Die Augenpartie schützt die Anonymität der Teilnehmenden und lenkt den Blick gleichzeitig direkt auf das Wesentliche.
F: Wer steckt hinter dem Projekt UNGESEHEN75?
A: Das Projekt wird vom Autismus und AD(H)S im Landkreis Leipzig e.V. realisiert. Finanziell und ideell wird es unter anderem durch Bon Courage e.V. sowie durch Spenden aus dem FrauenLauf Borna unterstützt.
Glossar (Begriffe kurz erklärt)
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Neurodivergenz / Neurodiversität:
Beschreibt die natürliche Vielfalt menschlicher Gehirne. Menschen, deren neurologische Entwicklung und Funktionsweise von der statistischen Norm abweichen (wie Autistische Menschen, Menschen mit ADHS oder Hochbegabung), werden als neurodivergent bezeichnet.
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Masking (Anpassungsverhalten):
Das bewusste oder unbewusste Nachahmen von neurotypischem Verhalten und das Unterdrücken eigener Verhaltensweisen (z. B. Stimming), um in der Gesellschaft nicht aufzufallen. Das kostet Betroffene enorm viel Energie und führt oft zu chronischer Erschöpfung (Burnout).
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Spätdiagnose:
Eine Diagnose, die erst im Erwachsenenalter (oft ab Mitte 20, 30 oder noch später) gestellt wird – meistens nach jahrelangem Leidensdruck und vielen Fehldiagnosen wie Depressionen oder Angststörungen.
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Stimming (Self-Stimulation):
Wiederholende Bewegungen oder Laute (z. B. Wippen, mit Gegenständen spielen, Summen), die neurodivergenten Menschen dabei helfen, Stress abzubauen, Emotionen zu regulieren oder sich zu konzentrieren.
